Wer online nach einer Dienstleistung sucht, bekommt zunehmend eine fertige Antwort von ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Systemen. Für Unternehmen entsteht dadurch eine zusätzliche Aufgabe: Ihre Website soll auch in diesen Antworten als relevante Informationsquelle auftauchen.
Die Optimierung dafür wird als Generative Engine Optimization, kurz GEO, bezeichnet. Doch was beeinflusst, welche Inhalte eine KI aufgreift und welche Websites sie als Quelle nennt?
Ein auf contentmanager.de vorgestellter wissenschaftlicher Preprint untersucht genau diese Frage. Die beschriebenen Ergebnisse liefern interessante Hinweise für Unternehmen. Sie zeigen allerdings auch, warum sich KI-Sichtbarkeit kaum auf eine einfache Checkliste reduzieren lässt.
Gute Inhalte müssen konkrete Fragen beantworten
Eine zentrale Beobachtung der Untersuchung: Entscheidend war vor allem, wie gut ein Inhalt zur jeweiligen Frage passte.
Für die eigene Website bedeutet das: Allgemeine Aussagen wie „Wir bieten innovative Lösungen“ helfen Interessenten wenig. Aussagekräftiger sind Inhalte, die eine konkrete Entscheidung erleichtern.
Für ein Unternehmen, das seine Website erneuern möchte, könnten beispielsweise diese Fragen relevant sein:
- Was kostet ein professioneller Website-Relaunch?
- Wann lohnt sich die Überarbeitung einer bestehenden Website?
- Wie bleiben vorhandene Google-Platzierungen bei einem Relaunch erhalten?
- Welches Content-Management-System passt zu unserem Unternehmen?
- Wie lässt sich eine Website später eigenständig pflegen?
Jede dieser Fragen verdient eine verständliche, fachlich fundierte Antwort. Dazu gehören nachvollziehbare Erklärungen, konkrete Beispiele und klare Aussagen über Voraussetzungen und Grenzen.
Wer hilfreiche Antworten veröffentlicht, schafft Inhalte, die sowohl Menschen als auch KI-Suchsysteme besser einordnen können.

Am Anfang steht die Liste der Fragen, die Ihre Kundschaft wirklich stellt. Bild KI-generiert.
Auffindbarkeit kommt vor dem Quellenzitat
Bevor eine Website in einer KI-Antwort als Quelle erscheinen kann, muss das System auf passende Inhalte stoßen.
Die vorgestellte Untersuchung legt nahe, dass dieser Suchprozess erheblichen Einfluss auf die spätere Quellenauswahl hat. Gute Texte allein reichen deshalb nicht aus, wenn sie technisch schwer erreichbar oder innerhalb der Website kaum auffindbar sind.
Wie deutlich der Unterschied im untersuchten ChatGPT-Aufbau ausfiel, zeigen zwei Werte aus der Studie. ChatGPT berücksichtigte dort im Schnitt 26 gefundene Seiten und zitierte davon etwa drei.
Wie oft eine gefundene Seite zitiert wurde
Anteil zitierter Seiten nach ihrer Position in den Suchergebnissen, die ChatGPT selbst abgerufen hat
Was die Unterschiede zwischen Seiten einer Website erklärt
Anteil der erklärten Variation bei Quellenzitaten, Seiten derselben Website verglichen
Für Unternehmen lohnt sich daher ein Blick auf die Grundlagen: Sind wichtige Seiten öffentlich zugänglich? Werden ihre Inhalte verständlich strukturiert? Führt die interne Verlinkung zu den entscheidenden Informationen? Verhindern technische Einstellungen möglicherweise den Zugriff relevanter Suchdienste?
Diese Voraussetzungen schaffen die Grundlage für Sichtbarkeit. Eine garantierte Aufnahme in KI-Antworten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Ein gutes Google-Ranking garantiert keine KI-Erwähnung
Klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt relevant. Aus einer guten Google-Platzierung folgt allerdings nicht automatisch ein Quellenzitat bei ChatGPT oder Gemini.
KI-Systeme können Nutzerfragen umformulieren, mehrere Teilfragen recherchieren und unterschiedliche Quellen miteinander verbinden. Dadurch können andere Unterseiten relevant werden als bei einer einzelnen klassischen Suchanfrage.
Für die Content-Planung heißt das: Neben wichtigen Suchbegriffen sollten Unternehmen die tatsächlichen Entscheidungssituationen ihrer Kunden berücksichtigen.
Ein Beitrag über „Webdesign“ beantwortet eine andere Frage als ein Artikel darüber, wie ein Handwerksbetrieb mit einer neuen Website mehr qualifizierte Anfragen gewinnen kann. Je klarer die Situation beschrieben wird, desto gezielter lässt sich die passende Antwort liefern.
FAQs und strukturierte Daten sind keine Erfolgsgarantie
FAQ-Bereiche, strukturierte Daten und kurze Zusammenfassungen können Inhalte übersichtlicher und technisch verständlicher machen.
Die im Artikel beschriebene Studie liefert jedoch keinen belastbaren Beleg dafür, dass solche Maßnahmen für sich genommen automatisch mehr KI-Zitate erzeugen.
Ein FAQ-Bereich ist dann hilfreich, wenn er echte Kundenfragen beantwortet. Strukturierte Daten sind sinnvoll, wenn sie den Seiteninhalt korrekt beschreiben. Der Nutzen entsteht aus der Qualität und passenden Umsetzung der Maßnahme.
Eigene Erfahrung macht Inhalte wertvoller
Unternehmen verfügen häufig über Wissen, das auf ihrer Website bisher kaum sichtbar wird: typische Kundenprobleme, Erfahrungen aus Projekten, bewährte Vorgehensweisen oder die Gründe für bestimmte Empfehlungen.
Genau daraus können hilfreiche Fachinhalte entstehen.
Ein konkreter Projektbericht kann beispielsweise erklären, welche Ausgangslage bestand, welche Lösung gewählt wurde und welches Ergebnis nachweisbar erreicht wurde. Das gibt potenziellen Kunden Orientierung und macht die eigene Kompetenz nachvollziehbar.

Ausgangslage, Lösung, Ergebnis: Ein Projektbericht zeigt, was Ihr Betrieb kann. Bild KI-generiert.
KI-Sichtbarkeit braucht regelmäßige Beobachtung
ChatGPT, Gemini und Perplexity können bei derselben Frage unterschiedliche Unternehmen und Quellen nennen. Auch wiederholte Abfragen können abweichende Ergebnisse liefern.
Eine einzelne Antwort ist deshalb nur eine Momentaufnahme. Aussagekräftiger ist es, relevante Kundenfragen regelmäßig auf mehreren Plattformen zu prüfen und dabei Markennennungen und verlinkte Quellen getrennt zu betrachten.
So wird sichtbar, bei welchen Themen das eigene Unternehmen bereits vorkommt und wo hilfreiche Inhalte fehlen.
Bei Ventas Webdesign betrachten wir eine Unternehmenswebsite als Ausgangspunkt für diese Arbeit: Sie soll Leistungen verständlich erklären, Vertrauen schaffen und konkrete Kundenfragen beantworten. Eine klare Struktur, technisch zugängliche Inhalte und nachvollziehbare Expertise bilden dafür die Grundlage - auch mit Blick auf die Suche über KI-Systeme.
Wie ChatGPT, Gemini und Perplexity ihre Quellen technisch auswählen und warum dabei auch die Bekanntheit einer Marke mitspielt, beschreibt unser Schwesterblog: Erst gesucht, dann zitiert.
Taucht Ihre Website in KI-Antworten auf?
Wir prüfen mit Ihnen, welche Kundenfragen Ihre Website heute beantwortet, wo Inhalte fehlen und ob technische Einstellungen KI-Suchdienste aussperren. 30 Minuten reichen für den ersten Überblick.
Termin vereinbarenHäufige Fragen
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
GEO ist die Optimierung von Website-Inhalten dafür, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity sie finden, richtig einordnen und in ihren Antworten als Quelle nennen.
Bringen FAQ-Bereiche und strukturierte Daten mehr KI-Zitate?
Nicht automatisch. Die vorgestellte Studie fand beim Vergleich von Seiten derselben Website keinen belastbaren Zusammenhang. Sinnvoll sind beide, wenn der FAQ-Bereich echte Kundenfragen beantwortet und die strukturierten Daten den Seiteninhalt korrekt beschreiben.
Reicht ein gutes Google-Ranking, um in KI-Antworten genannt zu werden?
Nein. KI-Systeme formulieren eigene Teilfragen und finden dabei oft andere Seiten. Im untersuchten Aufbau tauchten 97 Prozent der von ChatGPT abgerufenen Seiten bei den entsprechenden Suchanfragen nicht unter den ersten 50 Google-Ergebnissen auf.

